99 Jahre Freistaat Bayern

Landespolitik

Natascha Kohnen würdigt Kurt Eisner

„Jedes Menschenleben soll heilig sein.“ Kurt Eisner begründete mit diesen Worten vor 99 Jahren die Grundwerte des heutigen Bayern. Er rief in der Nacht zum 8. November 1918 den Freistaat Bayern aus.

Natascha Kohnen, Landesvorsitzende der BayernSPD, würdigt Kurt Eisner: „Am 8. November 1918 legte Kurt Eisner den Grundstein für ein freies und demokratisches Bayern. Eisner haben wir den Freistaat Bayern zu verdanken. Er hat mit seiner friedlichen Revolution erreicht, dass die Menschen in Bayern in einer Demokratie leben können.

Eisners Wirken als erster bayerischer Ministerpräsident und die Ereignisse der Novemberrevolution müssen mehr Beachtung in der Gesellschaft finden. Vor allem Schülerinnen und Schüler sollen im Geschichtsunterricht angemessen von Kurt Eisner und den sozialdemokratischen Verdiensten um den Freistaat erfahren. Die Geburtsstunde unseres Freistaats darf nicht länger unter den Teppich gekehrt werden.“

Ab dem 7. November 2017 feiert die BayernSPD das Jubiläumsjahr der bayerischen Demokratie bayernweit mit zahlreichen Veranstaltungen.

 

SPD-Fraktion fordert gesetzlichen Feiertag zum 100. Geburtstag des Freistaats

Anlässlich des 100. Jubiläums der Ausrufung des Freistaats fordert der SPD-Landtagsfraktionsvorsitzende Markus Rinderspacher die Einführung eines bayerischen Nationalfeiertags am 8. November. Dieses historische Ereignis im Jahr 1918 habe den „Grundstein für die Entwicklung Bayerns hin zu einer demokratischen, offenen und modernen Gesellschaft“ gelegt, schreibt Rinderspacher in einem Brief an Ministerpräsident Horst Seehofer. Deshalb solle der 8. November 2018 einmalig zum gesetzlichen Feiertag erklärt werden, schlägt Rinderspacher vor. Der Landtag könnte dies beschließen.

Leider gebe es bislang keinen spezifisch bayerischen Feiertag, der das freiheitlich-demokratische Selbstbewusstsein repräsentiere, sagte Rinderspacher und erinnerte an die unblutige Revolution in Bayern, die 1918 zum Ende der Monarchie führte. „Demokratie und Menschen- und Bürgerrechte traten ihren Siegeszug an - zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger. Der 8. November 1918 hat deshalb für den Freistaat Bayern eine Bedeutung, die der des 14. Juli 1789 für Frankreich oder des 4. Juli 1776 für die USA in nichts nachsteht“, schreibt der SPD-Fraktionsvorsitzende. „Umso erstaunlicher ist es, dass bis heute die Grundsteinlegung für die demokratische Staatswerdung Bayerns regelrecht verschwiegen wird, statt sie staatlich selbstbewusst als gemeinschaftsstiftendes Freiheitsfest zu feiern.“

Rinderspacher bemängelt zugleich, dass den historischen Orten der bayerischen Demokratiegeschichte von staatlicher Seite bislang kein besonderes Augenmerk geschenkt worden sei. Auch spiele sie in den Lehrplänen an den Schulen keine angemessene Rolle. Und die Namen der „Heldinnen und Helden“ von damals seien im öffentlichen Bild Bayerns nicht ausreichend wahrnehmbar. Er nannte explizit den Freistaatsgründer Kurt Eisner und dessen Nachfolger als Bayerischer Ministerpräsident, Johannes Hoffmann.

Die SPD-Landtagsfraktion nimmt das Jubiläumsjahr der bayerischen Demokratie zudem zum Anlass, mit einer landesweiten Veranstaltungsreihe sowie einer Social-Media-Kampagne an die sozialdemokratischen Verdienste um die Erfolgsgeschichte des Freistaats zu erinnern. Insgesamt sind bayernweit über 40 Veranstaltungen geplant.

Den Auftakt macht am Dienstag (7.11.2017, 16.30 Uhr) eine Kranzniederlegung durch die Fraktion am Kurt-Eisner-Denkmal vor der BayernSPD-Zentrale (Oberanger 38, 80331 München) mit anschließendem Besuch der Ausstellung "Revolutionär und Ministerpräsident - Kurt Eisner (1867-1919)" im Münchner Stadtmuseum (St.-Jakobs-Platz 1, 80331 München).

Kurt Eisner 1867-1919

Kurt Eisner im Porträt

Kurt Eisner Biografie

 
 

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