Erzieher im Notstand: Zuviel Arbeit zu wenig Anerkennung

Veröffentlicht am 04.03.2015 in Landespolitik

Johanna Werner-Muggendorfer (r.) und Doris Rauscher, die Referentin des Abends

MdL Johanna Werner-Muggendorfer lud zu Gespräch / Unterstützung zugesagt.

Im Namen der SPD-Fraktion im Landtag hatte Johanna Werner-Muggendofer  als ehemalige Pädagogin und seit 24 Jahren  Abgeordnete im Landtag, Erzieher und Erzieherinnen  aus ihrem Wahlkreis zu einem Gespräch nach Neustadt an der Donau (Landkreis Kelheim)  geladen.

Denn deren  aktuelle Sorgen und Nöte sind groß. Sie reichen von

Arbeitsüberlastung, Raumknappheit, wenig Zeit für Fortbildung bis zur  mangelnden Anerkennung ihrer Tätigkeit.

„Wir wollen Ihnen Gehör schaffen“, betonteWerner-Muggendorfers AbgeordnetenKollegin  Doris Rauscher, die in ihrer Funktion als familienpolitische Sprecherin sowie Mitglied im  Ausschuss für Arbeit und Soziales, Familie und Integration,  und dem  für Gesundheit und Pflege ihre Vorstellungen erläuterte.

Fast 42 Prozent der Eltern in Bayern wünschen sich für ihre Kinder eine Ganztagsbetreuung, wozu neben ausreichend entsprechenden Einrichtungen knapp 11.000 Fachkräfte fehlen. Doris Rauscher, gelernte Sozial- und Gesundheitsfachwirtin sieht diese Situation „als Chance für einen Aufbruch der Kinderbetreuung der Zukunft.“  Allerdings seien die Anforderungen an die  Erzieherinnen „erheblich gewachsen und dabei hat sich viel zu wenig geändert.“ Das ist auch Johanna Werner-Muggendorfer bewusst. Sie stellte resigniert fest: „Viele Probleme sind genau dieselben wie zu meiner Zeit.“

Den „Spagat zwischen Erziehung und Bürokratie“  leisten in erster Linie die Kita-Leiterinnen, die immer mehr Arbeit für Orgnaisation und Administration aufwenden müssen. Zeit für die Kinder bleibt nicht.

Ebenso geht es den Erzieherinnen, die sich weiterbilden wollen. Nehmen sie ein Seminar wahr, wird ihnen die Abwesenheit in der Kinderbetreuung als Fehlzeit angerechnet, in der sie eigentlich vertreten werden müssten. Weil das wegen der personellen Knappheit oft nicht möglich ist, nehmen viele die Angebote zur Weiterbildung erst gar nicht wahr. Dabei sei die im Zuge wachsenden Ansprüche in diesem Beruf  von großer Bedeutung, wie Doris Rauscher betonte. Als einstige Pädagogische Leiterin von 28 Kindertageseinrichtungen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes kennt sie die aktuelle Situation. Flüchtlings- und Migrantenkinder, Kinder mit Behinderung aber auch die Eltern, von denen immer mehr „beratungsbedürftig“ seien, hätten den Berufsalltag der Erzieherrinnen grundlegend verändert.

„Wir müssen um alles kämpfen“, klagte eine der Anwesenden. Dazu gehört auch die Raumproblematik in vielen Kindertagesstätten. Würden neue gebaut, sei das nicht anders. Der Grund: Die Planungs- und Bauvorgaben wurden den aktuellen Bedürfnissen nicht angepasst.

Johanna Werner-Muggendorfer rief die „viel zu braven Frauen“ auf, sich auf die Hinterbeine zu stellen. Für Doris Rauscher gehören dazu Gespräche mit den Eltern, „die für die Problematik sensibilisiert werden müssen“ und mehr Information der Öffentlichkeit. Schließlich beginne Bildungsarbeit bereits im Kindergarten. Doris Rauscher kritisierte daher, „dass finanzielle Mittel fast nur in Hochschulen gesteckt werden“, wobei die „eigentliche Basisarbeit, die  in der frühkindlichen Bildung liegt, auf der Strecke bleibt.“

 

 
 

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